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Aller Anfang ist... leicht Tja, wie soll ich nun anfangen zu berichten, was uns widerfahren ist und wie mein Sohn und ich den Einstieg in die Modellfliegerei erfahren haben. Also ruhig Blut und am besten der Reihe nach. Als jahrelange Zaungäste kamen wir zwei im Abstand von ein paar Wochen immer mal wieder beim MSVH (ModellSportVerein Hockenheim) vorbei, und waren besagte Zaungäste wie so viele andere auch beim sonntäglichen Fliegen. Die Modelle, welche da ausgepackt wurden, die Technik die in die Modelle eingebaut war und das anschließende Anwerfen des Motors waren schon faszinierend. Aus der Schiffsmodelltechnik kommend war ich nicht ganz unbedarft und konnte mit so manchem Fachbegriff auch echt was anfangen. Das war es dann aber auch, weil, mit der Fliegerei wollte ich eigentlich nichts zu tun haben. Damals war mein Sohn zwischen 4 und 5 Jahre alt und ich konnte mir nicht vorstellen auch noch die Fliegerei anzufangen. Felix wurde älter und wir waren mit schöner Unregelmäßigkeit immer noch besagte Zaungäste. Aber langsam merkte ich, daß das Interesse bei meinem Sohn wuchs und er öfter sagte: "Papa, können wir das nicht auch mal probieren?". Es muss Anfang Oktober 2006 gewesen sein (wir waren mal wieder Zaungast) da habe ich den Aktiven gegenüber unser Interesse bekundet und hatte an diesem Morgen mehrere fesselnde Gespräche über die Fliegerei. Dieser Sonntagmorgen war es wohl auch, wo der berühmte Schalter "Klick" gemacht hat und ich versprach, in der kommenden Woche auf das monatlich stattfindende Vereinstreffen zu kommen. Ja und es kam wie es kommen musste, an diesem Abend unterschrieb ich den Aufnahmeantrag für meinen Sohn und für mich. Einen Flieger hatten wir noch nicht, aber das konnte man ja ändern. Damals wollte ich es gut und bin ein paar Tage später zu einem Elektronikladen im hiesigen Raum und hab uns dort ein "Komplettset", also Flieger und Fernsteuerung gekauft. Zu hause angekommen baute ich den Flieger zusammen, war am Sonntag darauf auf dem Platz und bat darum, daß man mir das ganze einfliegt. Sprich, nachschaut, ob die Geschichte anfängertauglich ist. Naja, geflogen ist er damals, das muss man schon sagen, wenn auch an der Grenze des normalen fliegens. Motor zu schwach, die EWD lässt sich nicht einstellen, unstabiles Flugverhalten, das waren die Aussagen meiner Fliegerkollegen. Huch... EWD was ist denn das? Heute weiß ich es, aber damals konnte ich mit dem Begriff nicht viel anfangen. Etwas frustriert wieder zu hause angekommen, versuchte ich nun mein bestes die Schwächen des Fliegerchens auszubessern, natürlich immer nach Anweisung. Also wieder raus auf den Platz und ein neuer Versuch gestartet. Aber auch hier zeigte sich wieder die Schwäche des ganzen Systems. Inzwischen, todesmutig wie ich war, wollte ich es wissen ob ich das auch kann und... es klappte so naja. Für eine Schulnote würde ich mich hier schämen also sag ich sie besser nicht. Aber beirren ließen wir uns nicht, folgten den Anweisungen der alten Hasen und legten uns erst einmal einen ordentlichen Flugsimulator zu, den wir begierig auf dem PC installierten und uns ab jetzt stritten, wer wohl wie oft und wie lange an oben genanntem sitzen durfte. Nur zur Erinnerung. Mein Sohns ist 10 Jahre und der Vater 43 Jahre alt, aber wenn es um das spielen geht, Männer eben. Meine Gattin schüttelte damals nur den Kopf, auch der Satz "Essen ist fertig" konnte sie bestimmt auch nicht mehr aussprechen. Nach weiteren Versuchen und einigen Abstürzen, weil das Teil einfach nicht in der Luft zu halten war, kamen schon leise Zweifel auf, ob wir das überhaupt noch lernten. Die Stunden am Simulator mussten doch Wirkung zeigen! Denn dort klappte es bereits sehr gut. Nach einigen Gesprächen ging ich dann endlich in ein Fachgeschäft und legte mir ein anfängertaugliches Modell von einem namenhaften Hersteller zu. Ich war Multi perplex als ich das Angebot in dem Laden sah und freute mich auch über die kompetente Beratung. Mit Komplettpaket, Brushlessantrieb und mehreren Lipos verließ ich zufrieden den Laden und machte mich zu hause gleich an das Zusammenbauen. Nach wenigen Stunden stand der 1m messende Hochdecker vor mir und war flugfertig. Die Zeit bis Sonntag floss leider ganz zäh dahin aber irgendwann war es dann soweit und ein Vereinskollege flog den Flieger ein. Ein paar kleine Nachtrimmer und schon hatte ich das Teil samt Sender in der Hand und auch in der Luft. Ich fasste es nicht. Ich konnte fliegen! Mit dem richtigen Gerät war das wirklich nicht schwer und die alten Hasen schüttelten den Kopf und sagten: "Die kommen heute auf den Platz und können fliegen, wenn ich da an unsere Anfänge denke."! Jetzt zeigte sich auch die Wirkung die man mit dem Simulator erreichen kann. Grundlegende Steuerbefehle und die Knüppelabfolge der verschiedenen Flugfiguren kann man damit ganz hervorragend üben, das braucht man als Anfänger nicht auf dem Platz machen und eventuell seinen Flieger riskieren. Das ist schon eine wirkliche Erleichterung. Gut, für den Preis des Simulators bekommt man auch schon was zum fliegen aber das relativiert sich beim ersten Absturz, wenn man sich "verknüppelt" hat. Es folgten nun weitere Flieger die mein Sohn und ich zusammenbauten. Darunter ein Motorsegler, zwei so genannte Shockflyer, von denen ich mich fliegerisch etwas distanzieren möchte, da das Rumgehopse mir zu stressig aussieht und ich immer Angst habe, daß die Knüppel am Sender heiß laufen. Mitte Februar dieses Jahres machte ich meine Drohung war und legte mir den ersten Verbrenner zu, sehr zum Leidwesen der Elektromannschaft: "Willst du dir das echt antun?", war der Originalton meiner Kollegen. Ein 1,60m Spannweite messender Tiefdecker sollte es sein. Wiederum im Fachgeschäft erworben und nach wirklich einfach zu verstehendem Bauplan zusammengebaut stand ich ein paar Tage später mit recht viel Wind, zitternden Händen und Knien und einem erfahrenen Fuchs im Rücken auf der Startbahn und gab dem Zweitakter die Sporen. Ein echt ganz neues Fluggefühl kam in mir auf, ich spürte den Unterschied zwischen dem Trainermachinchen und diesem Flieger. Den Landeanflug musste ich wegen des starken Windes zwar drei mal wiederholen aber dann klappte alles ganz hervorragend. In den folgenden Tagen standen mein Sohn und ich mehrfach hintereinander und für viele Stunden auf dem Platz und übten mit unserem Verbrenner. Wohlgemerkt haben uns das die Vereinskollegen die sich die Zeit genommen haben, ermöglicht. Man hat uns sozusagen echt unter die Fittiche genommen, sonst hätten wir die Fliegerei nicht so schnell gelernt. Ich glaube es ist fast unnötig zu erwähnen, daß mein fast 11jähriger Sprössling das alles mindestens so gut kann wie ich, bzw. einige Figuren besser fliegt als ich. Seine Leidenschaft scheinen die Hubschrauber zu sein, wo er auch in diesem Punkt kompetente Ansprechpartner bei uns hat. Neun Monate sind bis jetzt vergangen und ich bin soweit, daß ich zu denen gehöre die neue Flieger einfliegen bzw. mein gelerntes Wissen an die Neulinge weitergebe. Es ist sehr befriedigend, wenn ein Junge oder Mädchen vor einem steht und das Loch in meinem Bauch immer größer wird und deren Fragen nicht mehr aufhören. Aber auch ich höre gespannt zu wenn die alten Hasen erzählen und man dadurch viel lernen kann. Nicht nur das Fliegen ist schön sondern auch der Erfahrungsaustausch mit den Kollegen und die vielen Stunden auf dem Platz die wie im Fluge vergehen. Apropos Fluge. Mittlerweile bin ich bei einer Spannweite von 1,80m angekommen und die Flieger werden immer größer. In dieser Saison wollen wir alle sechs Maschinen die wir bis jetzt haben ausreizen, sprich fliegen und über den Herbst-Winter was in der Größe ab 2,10m bauen. Also liebe Väter oder auch Mütter, ermöglicht euren interresierten Sprösslingen den Einstieg in die Modellfliegerei, ein faszinierendes Hobby wo Jugend viel lernen kann und durch den leichten Einstieg (bei richtigem Material) es recht schnell Erfolgserlebnisse gibt, denn das ist es doch was der Nachwuchs braucht. Die Bestätigung der eigenen Person. Zu betonen wäre noch, daß uns die Fliegerei wirklich gefesselt hat. Will damit sagen, daß einem etwas fehlt, wenn man mal eine Woche nicht fliegen kann. Schlechtes Wetter gibt es ja leider auch noch, aber da bleibt einem immer noch der Simulator. Der kennt schlechtes Wetter nicht. Und die Vereinshütte lässt sich heizen und man kann sich ja auch nur so zu einer gemütlichen Tasse Kaffee und Kuchen zusammensetzen. Auf all das musste ich 43 Jahre warten und bedauere sehr, daß ich diesen Schritt nicht schon vor Jahren gemacht habe und früher in die Fliegerei eingestiegen bin. Ach ja, was macht eigentlich die Gattin? Die ist mittlerweile auch öfter auf dem Flugplatz, hilft bei Festivitäten, oder ist auch nur mal so zum zuschauen mit dabei und dort ist sie regelmäßig nicht allein. Denn die Fliegerfrauen klönen mindestens genau so gern wie die Männer. Und wenn es doch einmal wieder länger dauert, nimmt sie das Essen einfach mit! In diesem Sinne Felix und Thomas Hofmann MSV Hockenheim |