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Umbau der MC20 auf wahlweisen Betrieb mit 2,4GHz oder 35MHz

2,4GHz ist in aller Munde und die Anlagen führender Hersteller scheinen mittlerweile auch solide zu funktionieren. Da ich noch viele 35Mhz Empfänger mein eigen nenne und die auch noch alle gut funktionieren wollte ich meine schon ein wenig betagte aber immer noch zur vollen Zufriedenheit funktionierende Graupner MC20 auf sowohl/als auch Betrieb umbauen und die unbestreitbaren Vorteile des 2,4GHz Systems dazu nutzen.

Umbausets gibt's recht günstig über den Versandhandel (Ebay). Eines der Sets von Spektrum für die MC18/20/24 hab ich für knapp 160€ incl. eines 9 Kanal Empfängers mit Satellitenempfänger erworben. Nähere Informationen zu dem Set gibt's hier:

www.spektrum-rc.de/html/air_module.html
Einen Filmbericht über die verschiedenen Systeme gibt's hier:
www.modellfliegerkanal.de

Ich will hier mal kurz meinen Umbau beschreiben und mit ein paar Bildern hinterlegen:

Zu Beginn seien zwei Bemerkungen erlaubt. Wer den Umbau nachvollzieht, tut dies auf eigene Gefahr. Der Autor übernimmt keine Haftung für Fehler die bei dem Umbau entstehen können!

Wer nicht in der Lage ist einen Elektroniklötkolben zu bedienen und damit ordentliche Lötstellen zu produzieren, sollte die Finger von dem Umbau lassen!

Nach Öffnen des Senders und Entnahme des 35MHz HF-Moduls fällt der Blick auf den Steckplatz dieses Moduls. Die kleine Platine auf der sich der Steckplatz befindet, ist mit 2 Schräubchen befestigt die wir entfernen müssen. Vorher trennen wir den Sender aber durch ziehen des Steckers vom Akku!

Auf der Unterseite der Platine sind 5 Kabel angelötet von denen wir 4 Stück ablöten müssen. Die 5 Kabel haben folgende Funktion. Ganz links das rote ist die Antenne, die bleibt. Dann kommen: Braun = Masse, Rot = +10V, Gelb = +5V, Violett = Impuls. Die 4 Kabel löten wir ab. An die Leitungen löten wir sauber passende Litzen - z.B. Kabel für Servokabelverlängerungen - in unterschiedlichen Farben und isolieren die Lötstellen ordentlich mit Schrumpfschlauch. Ich hab das so gemacht: Braun/Braun, Rot/Rot, Gelb/Orange, Violett/Weiß, schlicht deshalb, weil ich kein gelbes und kein violettes Kabel hatte. Diese Kabel die die vorhandenen verlängern, werden an die Mittelpole eines 4-poligen Kippschalters (Conrad Best.Nr. 7000 60) gelötet. Von einer Seite des Umschalters gehen die 4 Kabel wieder zurück zur Platine und werden dort verlötet. Von der anderen Seite gehen lediglich Masse, +10V und Impuls zum 2,4GHz Modul. +5V - die gelbe Leitung zum 35MHz-Modul - speist die Oszillatorstufe dieses Moduls und wird für 2,4GHz nicht benötigt, nur abgeschaltet damit der Oszillator im 35MHz-Modul nicht mehr schwingt. Die Kabel müssen alle sauber und ordentlich verlötet und gegeneinander isoliert sein (Ich hab den Schalter mit Uhu-Plus vergossen). Zusätzlich habe ich eine Zweifarben-LED mit passendem Vorwiderstand an Masse (Mitte Schalter) und +10V (einmal rechts und einmal links) angelötet. So sehe ich schon welches Modul in Betrieb ist. Rot steht bei mir für 35MHz, Grün für 2,4GHz. Den Knebel des Schalters hab ich auf 4 mm gekürzt. Über den Schalter hab ich eine selbstgemachte Abdeckung geschraubt damit der Schalter nicht versehentlich umgeschaltet werden kann. Eigentlich genügt auch das kürzen des Schaltknebels, da man dann - wegen des kurzen, verbleibenden Hebelarmes - schon Kraft braucht um den Schalter umzulegen.... aber sicher ist sicher. Die Lage des 2,4GHz-Moduls und des Schalters der LED usw. kann den folgenden Fotos entnommen werden:

Das hier ist der Umschalter mit seinen 12 Kabeln unter denen er sich versteckt! Die Platzierung des 2,4GHz-Moduls im Sender kann man hier gut erkennen. Am 2,4GHz-Modul musste eine Änderung durchgeführt werden: Der Antennenanschluß wurde nach vorn verlegt (war seitlich).

Dazu wurde die Verschraubung gelöst, die Platine nach öffnen des HF-Moduls - 4 Inbusschrauben - vorsichtig entnommen, an der entsprechenden Stelle ein passendes Loch ins Gehäuse gebohrt und danach die Platine und der Stecksockel - am neuen Platz - wieder verschraubt und montiert. Dem Bausatz ist eine Austauschplatine mit längeren Steckkontakten beigefügt (vorgesehen für die MC24). Die Stiftleiste muss man aus der Platine auslöten oder sich eine passende 5-polige Stiftleiste bei Conrad besorgen (Best. Nr.:739499) an die dann die drei Kabel in der richtigen Reihenfolge angelötet werden die vom Schalter kommen: Frei / Braun / Rot / Frei /Impuls(weiß). Den Stecker steckt man dann in die Buchse des 2,4GHz-Moduls so ein, dass das Impulskabel ganz rechts ist (siehe Bilder letzte Seite und unten). Die Antennenbefestigung habe ich mit einem Kunststoffdrehteil gelöst, in dass die Kugel der Antenne gerade so passt. Mit einer Abdeckplatte mit etwas geringerem Innendurchmesser wird das Ganze mit drei Inbusschrauben mit dem Sendergehäuse verschraubt und somit die Antenne in der Kunststoffbuchse geklemmt. Vorher muss man natürlich ein Loch ins Sendergehäuse bohren durch den der Antennenanschluß geführt wird und drei 3,5mm Löcher für die Schrauben. Dabei beachten, dass keine Späne in den Sender fallen!

Zum Schluss noch zur Befestigung des 2,4GHz-HF. Ich habe einfach aus 5mm Balsa zwei Streifen geschnitten die zwischen die "Verschlußknöpfe" der Gehäusedurchbrüche im Senderinneren passen. Darauf wurde ein dünnes Stück Sperrholz in der Größe des HF geklebt (1). Dieses Holzteil kann sich wegen der "Knöpfe" im Sender nun nicht mehr nach vorn oder hinten bewegen, wohl aber noch seitwärts. Auf das Holzbrettchen habe ich ein Stück Polypropylenschaum mit Doppelklebeband befestigt (2) und darauf das HF. Der PP-Schaum ist so geschnitten, dass das HF vom Deckel (und einem darauf geklebten Schaumstreifen) eingeklemmt und genau an der Position gehalten wird. Zum Schluss muss man nur noch die Bindeknopfposition auf dem Deckel festlegen und auch dort ein Loch bohren.

Der Bindeknopf ist so von unten ohne Ausbau aus dem Senderpult erreichbar.

Danach alles wieder montieren, Verkabelung nochmals kritisch prüfen, Stromversorgung wieder herstellen und Anlage testen. Vielleicht am Anfang mit einer MiniMag und nicht gleich mit einem 5000 € Modell.


Jürgen Deininger